Salesforce führt ein neues Abrechnungsmodell für den agentenbasierten Zugriff auf seine Plattform ein. Erfolgreiche Aufrufe über das Model Context Protocol (MCP) und direkte APIs durch registrierte KI-Agenten verbrauchen künftig Flex Credits. Diese Änderung ist Teil der Headless-Toolkit-Strategie von Salesforce und erfordert, dass du deine KI-Architektur und die Budgets neu kalkulierst.
Agentic Identity trennt KI von menschlichen Benutzern
Bisher liefen KI-Tools meist unter der Identität des menschlichen Nutzers. Mit dem neuen Framework „Agentic Identity“ bekommt jeder KI-Agent eigene Anmeldedaten und Berechtigungen. Als Administrator steuerst du exakt, auf welche Daten ein Agent zugreift und was er tun darf. Das senkt das Risiko, dass ein externer Agent durch zu weite Rechte unbefugt CRM-Daten ändert.
Die Kostenfalle: Flex Credits für Headless Platform Interactions
Sobald ein Agent registriert ist, zählt das Digital Wallet mit. Jeder erfolgreiche Aufruf an Salesforce – ob über MCP oder API – gilt als „Headless Platform Interaction“ und kostet Flex Credits. Bindest du externe Modelle wie Claude oder ChatGPT an, zahlst du doppelt: die API-Kosten des Modellanbieters und die Flex Credits bei Salesforce.
Wie hoch sind die Kosten für Agentforce und Flex Credits?
Salesforce rechnet Agentforce nach Verbrauch ab. Für externe Kommunikation zahlst du meist eine Pauschale pro Konversation. Interne Aktionen und MCP/API-Zugriffe kosten Flex Credits. Jeder erfolgreiche Aufruf durch einen registrierten Agenten zieht ein bestimmtes Kontingent ab.
Was ein Flex Credit kostet und wie hoch der Multiplikator für eine Headless Platform Interaction ist, hat Salesforce noch nicht veröffentlicht. Wenn das Metering startet, gibt es 30 Tage Vorlauf. Berechnet werden nur aktive Produktionsumgebungen. Ab Sommer 2025 plant Salesforce zudem Lizenzen pro Benutzer für mitarbeiterorientierte Agenten.
Welche Anwendungsfälle gibt es für KI-Agenten?
Agenten fassen beispielsweise Cases im Kundenservice zusammen oder qualifizieren Leads im Vertrieb. Sie greifen auf strukturierte und unstrukturierte CRM-Daten zu und schließen definierte Arbeitsschritte selbstständig ab. Über Integrationsplattformen wie MuleSoft lassen sie sich auch an externe Systeme wie ERP-Lösungen anbinden.
So bereitest du deine Salesforce-Orgs auf das neue Modell vor
Klassische API-Integrationen ohne Agenten behalten ihre bisherigen Preis- und Sicherheitsregeln. Für echte KI-Agenten musst du umbauen:
Migration auf OAuth-Zugangsdaten
MCP-Clients und API-gestützte Agenten brauchen künftig die OAuth-Anmeldedaten der neuen Agentic Identity. Plane diesen Aufwand rechtzeitig in die Sprints deiner Entwickler ein.
Testumgebungen nutzen
Sandboxes, Scratch Orgs und Developer Edition Orgs sind von den Flex-Credit-Kosten befreit. Entwickle und teste agentenbasierte Workflows dort. Prüfe die Effizienz deiner Prompts in diesen Umgebungen, bevor sie in der Produktion echte Credits verbrauchen.
Datenqualität sichern
Fehlerhafte Daten führen zu unnötigen Korrektur-Aufrufen der KI – und die kosten Credits. Bereinige Altlasten, bevor du Agenten auf Produktionsdaten loslässt. Tools wie Data 360 (ehemals Data Cloud) helfen bei einer sauberen Struktur.
Überwache den Verbrauch deiner Flex Credits im Digital Wallet. Richte dir dort Schwellenwertwarnungen ein, um dein Budget vor Ausreißern durch ineffiziente Workflows zu schützen.
Willst du bestehende KI-Integrationen auf Agentic Identity umstellen oder planst den ersten Einsatz von Agentforce? Wir prüfen mit dir, wie du deine Architektur aufbaust, um unnötige Headless Platform Interactions zu vermeiden. Melde dich bei uns für einen Architektur-Check.